Eine optimale Vertriebskommunikation fällt meist keinem Verkäufer in den Schoß. Deshalb trainieren wir unsere Gesprächsführung, feilen an Argumentationen und lernen, die Bedürfnisse unserer Kunden immer besser zu verstehen.
Doch was sind die äußeren Bedingungen, die wir für einen gelingenden Kontakt brauchen? Welche technischen Parameter helfen dabei, auf dem digitalen Wege unseren Gesprächspartner zu überzeugen?

Stabile Internetverbindung

Stellen wir uns vor, Ihr Gespräch mit dem Kunden hat gerade einen wichtigen Punkt erreicht. Und plötzlich – das Bild friert ein oder der Ton stockt, Sie haben kein Internet mehr - für viele Vertriebler ist das immer noch der Supergau!  

Abhilfe schafft nicht nur eine Internetverbindung mit ausreichender Bandbreite. Auch die richtige Vorbereitung sorgt dafür, dass Sie Ruhe bewahren können. Vereinbaren Sie zum Beispiel gleich zu Beginn mit Ihren Gesprächspartnern, was sie in diesem Fall tun. Übrigens:  Die Kamera bei instabiler Leitung zu deaktivieren, hilft häufig. Sie sollte aber baldmöglichst wieder eingeschaltet werden, um Ihren Dialog auf visueller Ebene zu unterstützen.

Ruhige Umgebung

Eigentlich wissen wir das: Ein absolutes No-Go kurz vor oder während der digitalen Vertragsverhandlung sind ungebetene Gäste, die durchs Büro lärmen. Gesprächsfluss und Konzentration werden dadurch beeinträchtigt. Achten Sie deshalb auf eine ruhige Arbeitsatmosphäre, in der Sie niemand stört.

Aufgeräumte Desktop-Ansicht

Auf Ihrem Bildschirm sollte nur das zu sehen sein, was Sie direkt für Ihr geplantes Gespräch brauchen. Also schliessen Sie alle anderen Anwendungen und sorgen  Sie für einen übersichtlichen Desktop-Bildschirm, dann sind Sie in jeder Situation sicher. Aus Datenschutz-Gründen sollten auch keine Kundendaten oder private Informationen für Ihre Gesprächspartner sichtbar sein.

Softbox-Leuchten und Hintergrund in grün oder blau.

Damit Sie perfekte ins Licht gerückt sind, eigenen sich Softbox- Leuchten als optimale Lichtquelle. Vor Ihrem Schreibtisch angebracht, sorgen sie für eine angenehme, gleichmässige Ausleuchtung. Zusätzlich schafft noch ein blauer oder grüner Hintergrund eine optimale Umgebung, denn damit können in Ihrer Videokonferenz-Software auch andere Hintergründe statt Ihres Büros eingefügt werden. Die Hintergrundfarben Blau und Grün wurden gewählt, da sie am menschlichen Körper üblicherweise nicht vorkommen und sich gut von unseren Hauttönen abheben.

Tonqualität

Wenn bei Ihrem Gesprächspartner überwiegend ein Rauschen von Ihrer Seite aus ankommt, wird es schwierig mit dem Verkaufen. Headsets oder Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung eignen sich bestens für eine gute Tonqualität. Diese durchaus erschwingliche Anschaffung lohnt sich!

Achten Sie auf Ihren Kamerawinkel
Kein Gesprächspartner mag es, wenn jemand von oben herab mit ihm spricht. Überprüfen Sie den Bildwinkel der Kamera: Ist sie gerade auf Ihr Gesicht gerichtet und nicht von oben oder von unten? Helfer sind hierbei ein höhenverstellbarer Tisch, ein Stuhl oder eine Laptop-Unterlage. Im Notfall tut es auch ein dicker Bücherstapel, den keiner sieht.

Kleider machen Leute

Ziehen Sie sich so an, als wären Sie zu einem Business Meeting vor Ort eingeladen, zumindest bei wichtigen Gesprächen. Es geht in erster Linie um IHREN eigenen Auftritt und um IHR Wirken!
Achten Sie darauf, was Kleidung mit Ihnen macht! Kleidung ist Wertschätzung - für sich selbst und für unser Gegenüber. Sie ist wichtig, um die eigene innere Haltung zu stärken, sie drückt Selbstbewusstsein aus und verleiht unserer Körpersprache mehr Wirkung. Aktuelle Studien besagen, dass wir derzeit im Homeoffice zu “vergammeln” drohen, da viele Menschen auf Kleidung und Äußerlichkeiten bereits weniger Wert legen. Bei Verhandlungen mit Kunden sollten wir diesem Trend nicht folgen, sondern unser Auftreten bewusst als Teil unserer Überzeugungsstrategie einsetzen.

Lächeln und Modulation

Trotz aller Konzentration ist bei Verhandlungen ein Lächeln wichtig. Ganz besonders zu Beginn des Gesprächs, während des Gesprächs an den richtigen Stellen und natürlich zur Verabschiedung. Ein Lächeln entspannt und entkrampft, damit ist aber keine Dauergrimasse gemeint.
Der Spruch LMAAA gilt virtuell ganz besonders: Lächle Mehr Als Alle Anderen! Das klingt anstrengend, ist es aber nicht, wenn Sie locker und natürlich bleiben. Es stärkt den Beziehungs- und Vertrauensaufbau zu Ihren Kunden. Lächeln macht unsere Stimme weicher und freundlicher.
Übrigens: Sie können auch zu Beginn und am Ende des virtuellen Calls in die Kamera winken und lächeln. Es sollte jedoch zu Ihnen passen.

Setzen Sie ebenso bewusst die Modulation Ihrer Stimme ein: Höhen und Tiefen, schnelles oder langsames sowie betontes Sprechen, Pausen und Akzente machen die Kommunikation lebendig und interessant. Passen Sie sich dabei der Sprachgeschwindigkeit Ihres Gegenübers an. Und noch eine Kleinigkeit: Unser Dialekt kann durchaus charmant klingen für unseren Gesprächspartner. Zumindest dann, wenn er uns versteht. Ganz wie bei den Schwaben: Die kennet älles außer Hochdeutsch! ☺

Nun viel wünsche ich Ihnen Freude und Erfolg mit Ihrer digitalen Kommunikation.

Ihre Anne-Rose Raisch